Verbeamtete Lehrerin.
Aktive ADLK.
Aus Rio.
2024 bin ich aus dem deutschen Schuldienst gegangen. Hier ist meine Geschichte und warum ich diesen Blog überhaupt schreibe.
Wie es dazu kam
Ich weiß nicht genau, wann es angefangen hat. Irgendwann war da nur noch dieser Gedanke, der morgens vor dem Klingeln des Weckers da war:
"Ich kann das nicht mehr."
Nicht den Beruf. Den Rahmen. Die Vorstellung, dass der Rest meines Lebens aus dem bestehen sollte, was ich schon kannte. Dass ich in 25 Jahren immer noch im gleichen Lehrerzimmer sitzen würde, mit der gleichen Kaffeemaschine, der gleichen Liste von Klausuren, die ich noch korrigieren muss.
Ich liebe meinen Beruf. Ich liebe Lehrer zu sein. Was ich nicht mehr wollte, war: bleiben, weil ich Beamtin bin. Bleiben, weil es sicher ist. Bleiben, weil das Risiko zu groß sei.
Als ich meinen Mann kennenlernte, lebte er bereits seit einem halben Jahr im Ausland. So bekam ich früh einen Einblick in das Leben in der Ferne. Ich habe von ADLK (Auslandsdienstlehrkraft, vermittelt durch die ZfA) gehört und dachte naiv, ich könnte mich einfach bei einer Schule bewerben.
Falsch gedacht. Die Schule wies mich zurück mit dem Hinweis, ich müsse erst in die zentrale Datei DAISY aufgenommen werden.
Drei Monate später lag mein Antrag im Ministerium. Heute, zwei Jahre später, sitze ich in Rio.
Von Deutschland nach Rio
Der Wunsch wird konkret
Ich beginne, mich ernsthaft mit dem ADLK-Prozess auseinanderzusetzen. Recherche, Foren, Beratungsgespräche. Es gibt viele Wege und alle sehen kompliziert aus.
Bewerbung und Kolloquium
Bewerbungsdienstweg, Datei DAISY, ZfA-Kolloquium. Der Prozess dauert länger als gedacht und ist unübersichtlicher als beschrieben.
Ausreise nach Rio
Beurlaubung vom deutschen Schuldienst. Visum für Brasilien. Wohnungssuche aus der Ferne. Ankunft in Rio de Janeiro.
Lehrerin in Rio, Bloggerin im Internet
Aktive ADLK an einer Deutschen Auslandsschule. Sohn ist hier geboren. Ich schreibe hier alles auf, was ich vorher gerne gewusst hätte.
Für wen ich schreibe
Lehrer, die gehen wollen
Verbeamtet oder unbefristet. Irgendwo in Deutschland. Und morgens vor dem Klingeln des Weckers diesen Gedanken haben: "Ich kann das nicht mehr." Für die schreibe ich.
Lehrer, die noch zögern
Die noch nicht wissen, ob sie wirklich gehen wollen. Die einfach mal hören wollen, wie es bei jemandem ist, der den Schritt gemacht hat. Ohne Schönfärberei. Ohne Drama.
Keine Erfolgsstorys
Ich schreibe nicht über Erfolgsstorys. Ich schreibe über die Realität. Über Bewerbungen, die niemand erklärt. Pensionsansprüche. Krankenkassen. Steuern. Visa.
Aus Rio. Aus der Praxis.
Was hier steht, kommt aus eigener Erfahrung. Keine Theorie. Keine Zweite-Hand-Berichte. Aus dem Leben einer ADLK an einer Deutschen Auslandsschule in Brasilien.
Drei Säulen, eine Richtung
Ich baue mir gerade etwas Eigenes auf. In zwölf Monaten will ich nicht mehr abhängig sein von einer Schule, einem Vertrag, einem Bundesland.
Unterrichtsmaterial
Ich verkaufe Unterrichtsmaterial auf Plattformen wie Eduki. Direkt einsetzbar, getestet in deutschen und brasilianischen Klassenzimmern.
Digitale Produkte
Guides und E-Books für Lehrer, die selbst aus dem System wollen. Der ADLK-Kolloquium-Guide ist der erste davon.
Dieser Blog
Hier teile ich alles, was ich gelernt habe und gerade noch lerne. In Echtzeit. Ohne Garantie, dass alles funktioniert.
Mein Tag sieht heute anders aus als ich ihn mir vor zwei Jahren vorgestellt habe.
Vormittags Schule. Nachmittags der Sohn, manchmal ein Strand. Abends das, was ich gerade hier mache: schreiben, planen, aufbauen.
Wenn du Lust hast
Lies dich gerne durch den Blog. Drei Themen findest du hier: Auswandern als Lehrer, Leben an einer deutschen Auslandsschule, und der Weg in die Unabhängigkeit.
